Hintergrund und Entstehungsgeschichte

Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Frauen wird heutzutage durch die Vereinbarung von Beruf, Kindererziehung und Haushaltsführung immer stärker beeinträchtigt. Trotz der Doppel- und Dreifachbelastungen versuchen die Frauen alles unter einen Hut bekommen, oft den Kindern und dem Partner zuliebe. Viele Frauen haben jedoch das Gefühl, die familienbezogenen Aufgaben nicht zu bewältigen und sind meist eher bereit in beruflicher als familiärer Hinsicht zurückzustecken. Mit der permanenten Suche nach Kompromissen stellt sich eine große Unzufriedenheit ein. Folglich manifestieren sich krankmachende Lebenszusammenhänge einerseits durch die Festlegung auf die traditionelle Frauenrolle und andererseits durch die Mehrfachbelastungen.


Zwar gibt es eine gewisse Angleichung in der Rollenaufteilung, jedoch erschweren oder erleichtern nach wie vor die Geschlechterrollen den Zugang zu bestimmten Berufen oder Gruppierungen. Auch die Unterschiede der Gehälter sind zwar geringer geworden, aber denn noch leisten Frauen weltweit zwei Drittel der Arbeit, verfügen aber nur über zehn Prozent des Gesamteinkommens.

 

Hinzu kommt, dass mehr als die Hälfte der deutschen Mütter mindestens sechs Jahre wegen der Kindererziehung ihre berufliche Laufbahn unterbrechen und Zuhause bleiben. Da in der Regel der Mann ein höheres Erwerbseinkommen erhält und eine Unterbrechung der Erwerbsarbeit das Einkommen zurückstuft, erscheint ein Rollentausch mit dem Partner sehr unwirtschaftlich. Die finanzielle Abhängigkeit vom Mann bleibt über Jahre erhalten (1).


Daneben gibt es aus der medizinischen Sicht große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Beispielsweise verlaufen die typischen Volkskrankheiten, wie Herz-Kreislauferkrankungen, Rheuma, Osteoporose und Depressionen, bei Frauen und Männern verschieden ab. So gelten heftige Brustschmerzen und Atemnot als eindeutige Signale für einen Herzinfarkt. Die diffusen Symptome der Frauen, wie Übelkeit und Schmerzen in Armen, Brust sowie Rücken, werden oft nicht als lebensbedrohlich erkannt.

 

Frauen unterscheiden sich folglich nicht nur anatomisch von dem anderen Geschlecht, sondern auch durch ihre Hormone, ihren Stoffwechsel, ihre Psyche und ihre Lebensbedingungen. Jedoch wurden Frauen von der medizinischen Forschung früher komplett ausgeschlossen. Daher wird zunehmend eine stärkere Berücksichtigung der Geschlechterzugehörigkeit in Forschung, Diagnose und Therapie gefordert (2).


Diese Fakten machen deutlich, dass Frauen aus gesundheitlicher Perspektive vor anderen Belastungen als Männer stehen und nach wie vor benachteiligt sind.

 

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart gibt es viele Organisationen, die mit den unterschiedlichsten Unterstützungsmöglichkeiten auf diese geschlechtsspezifischen Problemlagen reagieren. Die Angebote gehen von Bildungs- und Beratungsangeboten, Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen, medizinischer Betreuung, finanzieller Unterstützung bis hin zur politischen Arbeit. Jedoch stehen die Angebote unkoordiniert nebeneinander.

 

Aus unserer Sicht kann nur gemeinsam und vernetzt auf die heutigen veränderten Lebenssituationen der Frauen adäquat reagiert werden. Aus diesem Grund entwickelten die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und der Caritasverband 2013 das Netzwerk Frauengesundheit.

 

 

 

(1) Quelle: Haider, Huberta & Trettler, Eva (2010). Von der Rolle?! In Endler, Margit, Wimmer- Puchinger, Beate u.a. (Hg.). Frauen, Gesundheit, Soziale Lage. Wien: Facultas Verlag – Buchhandels AG. S. 35-49.

 

(2) Quelle: Schupp, Dr. Ulrike (2013). Medizin für die Frau. In Isfahani, Sara (Hg.). Frauengesundheit Vorsorge & Behandlung. Berlin: In|pact media GmbH. S. 3.

 

Netzwerk Frauengesundheit
Kath. Arbeitnehmer-Bewegung e.V.
Jahnstraße 30
70597 Stuttgart

 


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