Notwendigkeit des Netzwerks Frauengesundheit

Folgende Fakten machen deutlich, dass es zwischen den Geschlechtern immer noch große Unterschiede in der Lebensweise und den Gesundheitseinflüssen gibt:

 

  • Die Doppel- und Dreifachbelastung (Beruf, Haushalt und Kinder) beeinträchtigt das Wohlergehen von Müttern und Frauen.
  • Frauen sind primär von depressiven Störungen betroffen, so werden Depressionen zwei- bis dreimal häufiger bei Frauen diagnostiziert.
  • Frauen sind zwar über Ernährungsthemen informiert, aber ihr Essverhalten ist sehr ambivalent und endet nicht selten in einer Essstörung. Folglich sind von Essstörungen nach Schätzungen 95% Mädchen und Frauen betroffen.
  • Obwohl Frauen zwei Drittel aller Psychopharmaka einnehmen, wurden sie früher in Arzneimittelstudien nicht mit einbezogen.
  • Der Konsum von Alkohol und Nikotin ist anders motiviert und Frauen sind häufiger von deren Folgeerkrankungen betroffen.
  • Frauen sind öfters Opfer von Gewalterfahrung, was schwere Folgen für die Gesundheit und Psyche hat (3).
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen laufen verschieden ab und wurden bisher als Risikofaktor bei Frauen unterschätzt.
  • Besonders alleinerziehende Personen sind von Armut betroffen, wobei die Anzahl der Alleinerzieherinnen zunimmt.
  • Primär Frauen pflegen Angehörige. Dies wird zwar immer mehr anerkannt, aber es fehlt an effizienten Entlastungsmaßnahmen. 
  • Frauen sind im Beruf stark benachteiligt, da sie häufig trotz gleicher Qualifikation weniger verdienen, nicht die gleichen Ausbildungsmöglichkeiten erhalten und seltener hochqualifizierte Berufe ausüben (4).

 

Diese Lebenssituationen der Frauen machen deutlich, dass ein großer Handlungsbedarf besteht und es aufeinander abgestimmte Angebote braucht. Dazu leisten viele Akteure/innen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart einen Beitrag im Bereich der Bildung, Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen, Beratung, medizinischen Betreuung, finanziellen Unterstützung und politischen Arbeit.

 

  • Wir wollen den Frauen diese und weitere Angebote vernetzt zugänglich machen.
  • Wir wollen ein aufeinander abgestimmtes, christlich fundiertes Verständnis, das zum Wohlergehen der Frauen beiträgt.
  • Wir wollen vernetzt politisch agieren, da die strukturellen Änderungen im Gesundheitswesen sich immer häufiger negativ auf die Frauen und ihre Familien auswirken.

 

Nur gemeinsam schaffen wir es, die bestehenden gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Frage zu stellen und Änderungsprozesse anzuregen.

 

 

(3) Quelle: Kautzky-Willer, Alexandra & Tschachler, Elisabeth (2012). Gesundheit: Eine Frage des Geschlechts. Wien: Orac/Verlag Kremayr & Scheriau KG.

 

(4) Quelle: Drott, Felice & Wimmer-Puchinger, Beate (2008). Von Frauengesundheit zu Genderkompetenz im Gesundheitswesen. In Appiano-Kugler, Iris & Kogoj, Traude (Hg.). Going Gender and Diversity. Wien: Facultas Verlag – Buchhandels AG. S. 90-97.

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